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[0555] Nebula Six (...die Tage vor Weihnachten)

 Firlefanzus [4 Pictures]                                                                                                                                                                                                                       



Careleon, vor Weinachten 2021                                                                                                                                                                                              



"Findest du mich eigentlich sexy? Ich meine, so sexy, dass du mit mir schlafen würdest?" Die Frage hatte mir grade mein sehr junges Model gestellt, während er sich noch nackt auf meinem Bett im Studio räkelte. Ich meine, versteht das nicht falsch. Er war nicht minderjährig. Ich hatte mir seinen Ausweis zeigen lassen und er hatte seinen achtzehnten Geburtstag bereits hinter sich...aber von der Optik her wäre er durchaus auch als sechzehnjäriger Bursche durchgegangen. "Junge, ich würd sofort mit dir in die Kiste steigen...aber schau mich an. Ich bin über Fünfzig...und ich habe keinen Bock drauf, dass dann morgen auf Instagram...oder wo auch immer sowas dann gepostet wird...zu lesen steht, dass ich ein Päderast bin. Sowas kann dann tödlich für meine Karriere als Künstler sein, verstehst du? Deswegen baggere ich Jungs wie dich grundsätzlich nicht an" Während ich das sagte, schaute ich gerade aus dem Fenster auf den Burghof und beobachtete, wie dort eins unserer Autos einfuhr. Im nächsten Moment stiegt Chad auf der Fahrerseite aus...und dann war ich abgelenkt und bekam nicht mit, wer auf der Beifahrerseite ausstieg. Plötzlich stand mein Model hinter mir....sehr dich hinter mir...und öffnete mir die Hose. Er raunte mir ins Ohr "Ich habe gar kein Instagram...und bei Facebook bin ich auch nicht. Also...wenn ich DICH anbaggere? Ist das dann okay?" Ich drehte mich grinsend um, er holte meinen Schwanz aus der Hose und im nächsten Moment ging er auf die Knie und schob sich meinen alten Lustlümmel zwischen die Lippen....na...wie konnte ich da nein sagen, hm? "Das ist dann natürlich was völlig anderes!" antwortete ich noch bevor es mir schwer fiel zu reden...also genoß ich das, was er da unten so trieb. Er brachte mich schon sehr gekonnt zum Höhepunkt und im Anschluß daran zahlte ich mit gleicher Münze zurück. Ich liebte sein jugendliches Stöhnen als er kraftvoll in meinem Mund abspritzte. Danach zog er sich an und schwang sich auf sein Fahrrad. Er wohnte hier irgendwo in der Nähe..ich glaube sogar in Lairg. Natürlich hatte ich mir seine Adresse notiert...aber ich habe grade keine Lust, nachzuschauen. [Sein Bild füge ich unten am Ende ein]

Einem Bauchgefühl folgend, ging ich danach in unser gemütliches Kaminzimmer und traf dort tatsächlich auf meinen Gatten und den Gast, den er offenbar mitgebracht hatte. Sie stand aus dem Sessel auf. Es war Anne Clark!!! "Darling, sorry, dass ich dich angeschwindelt habe...aber DAS war mein Geschäftstreffen in London. Ich habe Anne abgeholt und hierher mitgebracht. Anne, das ist mein Gatte Tim." Ich ging freudestrahlend und völlig überwältigt auf sie zu und reichte ihr die Hand "Ich bin absolut erfreut. Willkommen auf unserer Burg, Anne!" "Hallo Tim..die Freude ist ganz auf meiner Seite. Ich wollte mir eure Burg schon so lange mal anschauen. Es ist absolut traumhaft hier!" Ich grinste "Ja..man kann wohl sagen, dass es hier nicht zu furchtbar ist" Ihr müsst euch das ganze nun in absolut lupenreinem Oxford-Englisch vorstellen...mit britischem Understatement und allem was dazu gehört. Es war eine wahre Wonne für mich! Anne grinste nun mit ihrem immer leicht zynisch wirkenden Mund meinen Mann an "Dein Mann ist britischer als so mancher Brite!" "Ja ja..er hat sich hier wohl ganz gut eingelebt" antwortete Chad. "Dann ist es wohl nicht nötig, dass ich meine schlechten Deutschkenntnisse zusammenklaube, was?" fragte sie mich nun auf Deutsch mit einem starken britischen Akzent. Ich wusste wohl, dass sie das drauf hatte. Ich wehrte mit den Hände ab "Bloß nicht...wir reden hier sowieso mehr Deutsch als Englisch auf der Burg..schon alleine wegen meiner Mutter, die natürlich kein Wort Englisch versteht" "Oh...das ist schön. Ihr kümmert euch um die alte Dame? Wie alt ist sie?" "Sie ist 87 und kann manchmal ein kleiner Satansbraten sein....aber Gästen gegenüber kehrt sie natürlich immer die liebenswerte lustige alte Lady heraus. Aber alles in Allem sind wir schon froh, dass sie hier ist..wo sie perfekt versorgt ist und sich offensichtlich ganz schön wohl fühlt" "Und sie vermisst Deutschland nicht?" Ich zuckte die Schultern "Kaum...alle ihre Freunde hat sie schon unter die Erde gebracht..sie war dort ziemlich einsam. Und der Rest meiner Familie war dermassen angenervt von ihren kleinen Eskapaden, dass sie sie kaum noch besucht haben. Ich glaube, seit sie hier ist, kriegt sie meinen deutschen Teil der Familie häufiger zu sehen. Manche Dinge kann man halt nur mit der nötigen Distanz betrachten." Anne nickt verstehend. "Ja das kenne ich durchaus auch" aber näher erklärte sie das nicht.

"Wie lange kannst du bei uns bleiben?" fragte ich Anne Clark nun. "Oh, ich könnte durchaus ein paar Tage hier verbringen, wenn ihr mich so lange..." "...natürlich möchten wir dich so lange hier haben! Was für eine Frage!?" unterbrach ich sie. Sie quittierte dies mit ihrem rätselhaften Lächeln. "Darf ich gleich mal mit der Tür ins Haus fallen, Anne?" "Natürlich...immer frei heraus. Langes Herumgerede um den heißen Brei mochte ich noch nie" "Gut, ich auch nicht. Wie steht es mit einem neuen Album? Hast du neues Material dafür?" "Oh, Texte habe ich tonnenweise...das würde für mindestens drei Alben reichen....nur bin ich wirklich kein Meister im Komponieren. Und da ich mich ja seit vielen Jahren selbst manage, nachdem ich da immer wieder auf die Schnauze gefallen bin, fehlen mir die Kontakte zu jemandem, mit dem ich ein ganzes Album vertonen wollen würde. Deswegen gibt es ja im Moment von mir auch immer nur hier und da mal eine Single oder einen Remix...oder ich singe bei anderen Künstlern mit...solche Sachen halt. Na ja, dann kam noch die Krebsgeschichte dazu" "Ach ja stimmt....wie geht es dir im Moment?" "Oh, zum Glück gelte ich jetzt als geheilt...ich kann also wieder voll durchstarten...und ich möchte auch gerne!" "Gut, kennst du den Künstler Tebra?" sie lächelte "Ja, den kenne ich tatsächlich! Ich liebe seine Musik!" Nun schaute ich Chad an "Kannst du uns zusammenbringen?" Chad zuckte die Achseln "Meine Connections ins kroatische Musikbusiness sind dünn..aber vorhanden. Ich kann mal ein bißchen telefonieren" "Gut, machst du gleich? Ich werd Anne inzwischen den Rest der Bande vorstellen. Es ist Tee-Time...sind sind sicher alle in der Küche und genießen Ians Kuchen" dann schaute ich Anne an "Hast du Lust drauf?" sie lächelte wieder "Ich habe ganz bestimmt Lust auf Kuchen" Ich lächelte zurück "Prima, ich nämlich auch...dann komm mit in die Küche" Chad rief uns hinterher "Ich komme dann gleich nach"

Es dauerte tatsächlich fast eine Stunde, bis Chad nachkam. Anne saß inzwischen mit am Küchentisch, als wenn sie schon seit Jahren hier wohnen würde. Meiner Mutter zuliebe kramte sie ihre gar nicht so schlechten Deutschkenntnisse zusammen. Von Ians Butterkuchen war sie sehr angetan. Chad schaute finster drein, so als wenn er schlechte Nachrichten hätte...aber mich täuschte er damit nicht. Und dann fing er, wie erwartet, an zu grinsen und nickte. "Er kommt hierher. er ist total begeistert von der Idee, mit der berühmten Anne Clark zusammenarbeiten zu dürfen. Er verehrt dich sehr und kennt alle deine Lieder" Anne bekam große Augen "Er kommt sogar her? Ich meine, wir hätten auch zu ihm fahren können, oder?" Chad nickte "Klar, wäre kein Problem gewesen...aber er wollte lieber zu uns kommen...falls wir uns dann nicht verstehen, kann er leichter den Rückzug antreten....das war so seine Überlegung" Und ich fragte sie "Hast du denn deine Texte bei dir?" Sie nickte und klopfte auf ihre Hosentasche "Habe ich alle auf dem Smartphone....Texte nehme ja zum Glück nicht viel Speicherplatz ein. Da kann man sie ruhig mit sich herumschleppen" Dann fragte sie Chad "Wann kommt er denn?" Chad zuckte die Achseln "Er wollte sich so schnell wie möglich auf den Weg machen...ich schätze, er wird wohl morgen schon in Inverness einfliegen. Er meldet sich dann" "Sehr schön" und dann fragte sie wieder mich "Und was machen wir heute noch?" Ich grinste "Hast du Lust, einen Fan glücklich zu machen? Ich hatte in den letzten Tagen einen jungen Mann als Model, der sich als großer Fan von dir entpuppt hat. Ich wollte zu ihm fahren und ihm sein Bild bringen....vielleicht magst du ja mitkommen?" "Klingt gut, ist es weit zu ihm?" Ich schüttelte den Kopf "Überhaupt nicht....er ist tatsächlich mehr ein Nachbar...man könnte da, wenn es nicht zu kalt wäre, auch gut mit dem Fahrrad hinfahren. Er betreibt mit seinen Eltern einen Gutshof, auf dem sie auch Pensionsgäste beherbergen. Schottisches Highland-Landleben kommt immer gut an bei den Städtern" Anne grinste und klopfte sich auf den Bauch "Was den Kuchen angeht, währe eine Fahrt mit dem Fahrrad gar nicht schlecht...aber ich schätze, es ist wirklich zu kalt, was?" Wir schauten nach draußen, wo sich selbst im Burghof bereits eine trübe Nebelsuppe zusammengebraut hatte. "Womöglich verpassen wir im Nebel noch die Abfahrt zu seinem Gut. Man sollte hier den Nebel besser nicht unterschätzen"

Also bot ich Anne den Komfort meines roten Flitzers an. Autos schienen sie nicht sonderlich zu beeindrucken..aber das war ja auch nicht meine Absicht. Das fertige Bild von Roth bekam ich grade so auf den Rück-Not-Sitz. Was Platz angeht, ist dies Auto natürlich eher sparsam ausgestattet..aber meine Bildergröße passt halt grad so rein. "Und der Bursche ist also ein Fan von mir?" fragte Anne und nickte zu dem verpackten Bild nach hinten. "Ja, total...ich glaub, er kennt deine ganzen Texte auswendig" "Himmel, die habe ich ja nicht mal selbst alle auf Lager!" Ich grinste "Was auch völlig okay ist...du bist ja nun auch keine zwanzig mehr" "Oooooh...wie umcharmant, mich darauf hinzuweisen!" kritisierte sie mich mit ihrem zynischen Grinsen um die Mundwinkel. Ich grinste sie an "Na, wenn ich schon mal eine Lady bei mir habe, die älter ist als ich..." "Na...das macht es jetzt auch nicht besser, Mr. Bridges!" Ich grinste weiter "Aber wahr ist es trotzdem" Schließlich seufzte sie und schaute in die Nebelsuppe "Ja, das stimmt wohl...obwohl ich mich im Moment wie Anfang...na ja...sagen wir mal vierzig... fühle" "Hm...also ziemlich gut?" "Yes Sir!....Himmel, was für eine Nebelsuppe....Nebula Six...wie gefällt dir das als Titel für mein neues Album?" Ich grinste "Machst du sowas immer so spontan?" "Natürlich nicht....sowas wie "The Law is an anagram of Wealth"...das fällt einem nicht unbedingt beim Kochen ein...aber warum soll man sowas nicht mal spontan machen?" "Nebula Six klingt irgendwie nach einer alten Science Fiction Serie...und deshalb gefällt mir das schon mal." "Aha, du bist Science Fiction Fan?" "Ja, total...Science Fiction and Fantasy....wie wohl fast jeder Junge, der nicht erwachsen werden will" Sie lachte "Das ist zumindest eine ehrliche Betrachtung...aber an Science Fiction und Fantasy ist absolut nichts auszusetzen...wir brauchen alle unsere kleinen Fluchten aus der Realität" In diesem Moment fuhren wir auf den Hof des Gutes Collabol. "So, da sind wir schon" "Oh, das war ja wirklich nicht weit." "Sag ich doch...und jetzt schauen wir mal, wie das für Roth mit der Realität heute wird" "Roth heißt er also?" "Jepp, komm, lass uns mal schauen, wo er ist!" Wir betraten die Lounge und ich hoffte, dass er sich nicht schon dort aufhielt. Aber dort stand eine ältere Lady..vielleicht seine Mutter. "Hallo, wir suchen den Chef...Roth" begrüßte ich sie "Oh, er ist im Speisesaal...gehen sie ruhig durch, wenn sie nicht mit schlechten Nachrichten kommen!" Sie lächelte mich an, ich erwiderte es. "Oh, wir kommen definitiv mit guten Nachrichten...er wird begeistert sein!" Sie wieß mir die Richtung "Dort durch die Tür" Ich neigte den Kopf "Danke!" Dann gingen wir. Ich veranlasste Anne, vor der Tür zu warten. Dann ging mit dem Bild in den Speisesaal. Roth war grade dabei, eine Pause zu machen und etwas zu essen. Als er mich sah, sprang er auf "Tim! Wie cool ist das denn?" Dann deutete er auf das verpackte Bild "Mein Bild?" Ich begrüßte ihn "Hi Roth...jepp...das ist dein Bild. Ist deine Freundin auch da? Ich möchte dabei sein, wenn sie es auspackt!" "Ja klar, sie ist in der Küche..ich ruf sie rasch her" Er zückte sein Smartphone und rief sie an. "Hi Darling, kannst du rasch in den Speisesaal kommen? Ja jetzt gleich? Okay!" Er steckte das Phone wieder weg und nickte "Sie kommt....das ging ja jetzt doch ganz schön schnell!" Ich zuckte die Achseln "Ich hatte grad nichts Dringenderes zu tun...und ich liebe es, wenn Leute überrascht werden" Die Frau, die zwei Minuten später in den eindeutiger Koch-Kleidung in den Speisesaal trat, war eine absolute Schönheit...und passte somit perfekt zu Roth. "Darling, ich hab ein Geschenk für dich" er überreichte ihr das Bild "Für mich? Was ist das?" "Na machs halt auf!" Sie begann, es auszupacken. Als sie fertig war, schlug sie beide Hände vor den Mund und schaute ihren Liebsten an "Ich dachte, die wolltest das nicht machen!?" Roth lächelte sie an "Ich hab geschwindelt...ich wollte dich halt perfekt damit überraschen...gefällts dir?" Sie nickte und fiel ihrem Liebsten um den Hals "Das ist perfekt....das muss ich gleich aufhängen!" "Kannst du gleich machen, aber lass mich dir erst mal den Künstler vorstellen!" er deutete auf mich "Das ist Tim Bridges...oder Firlefanzus Of Brunswick" Ich ging auf sie zu und reichte ihr die Hand. Ich wusste ja bereits, dass sie ein Fan meiner Bilder ist...was ich noch nicht wusste, war ihr Name. Ich schaute Roth auffordernd an "Und verrätst du mir auch, wie deine Lady heißt?" Roth schlug sich vor den Kopf "Herrje....ich bin mal wieder solch ein Holzklotz...sorry. Tim, das ist Jessica" "Hallo Jessica!" "Oh Mann..was für eine Freude, den Künstler selbst kennenzulernen" entgegnete sie "Die Freude ist ganz auf meiner Seite" und dann ging ich dichter zu ihr ran "Und wenn du jetzt nachziehen möchtest mit solch einem Bild.....mach ich mal ne Ausnahme" Sie bekam große Augen "Echt? Das würdest du machen? Ich komm da ganz bestimmt drauf zurück!" "Na ja, nackte Frauen sind sonst nicht so meins....vielleicht kann Roth ja das Foto machen...das mit dem Bearbeiten krieg ich dann schon hin" Dann fiel mir Anne ein, die noch in der Lounge auf ihren Auftritt wartete. Ich deutete auf Roth "Ich hab noch eine kleine Überraschung für dich.....Anne!" Anne Clark betrat ihre Bühne und begann, im perfekten Rhythmus des Songs..nur halt ohne Instrumente...Our Darkness zu zitieren" Roth war so überrascht, dass er sich setzen musste. "Ich werd verrückt!" Auch Jessica hat den Lieblingsstar ihres Mannes erkannt und strahlte. "Na eine größere Freude hättest du ihm gar nicht machen können!" Anne ging auf Roth zu und umarmte ihn, dann machte Sie das Gleiche auch bei Jessica. Sie vergaß im Gegensatz zu Roth nicht die Pflichten des Gastgebers und bot erst mal ne Runde Tee für alle an. Da keiner ablehnte, kümmerte sie sich auch gleich selber drum. Roth schaute mich ungläubig an "Du bist ja wirklich unglaublich" Ich grinste "Sagt mein Gatte auch gelegentlich..." Ich lasse offen, welche Gelegenheiten das sind. Und da Roth vor lauter Aufregung kein Wort rausbracht, erzählten Anne und ich, was wir in Bezug auf ein neues Anne-Clark-Album mit Tebra geplant hatten. "Wo wollt ihr das machen?" fragte Roth nun doch. "Oh erstmal hier auf der Burg....er kommt morgen her" informierte sie ihn. "Cool...das passt bestimmt gut zusammen....Tebra ist ziemlich klasse!" Dann deutete er auf Anne "Hat eigentlich schon mal jemand ausser dir, deine Texte gesprochen...also auf einem deiner Alben?" Anne grinste "Ich bin sicher du kennst die Antwort. Wieso, willst du dich anbieten?" "Anbieten ja..." er hob abwehrend die Hände "..aber um Himmels Willen nicht aufdrängen" Anne war gut drauf "Na, dann lass mal hören!" Roth sprang auf "Ich hol rasch meine Gitarre" dann war er auch schon fort. Anne schaute mich an "Der ist ja süß!" Das hatte Jessica mitbekommen "Meinst, den kann man heiraten?" Anne lachte "Wenn ich dreißig Jahre jünger wäre, hättest du jetzt ernsthafte Konkurrenz...und ich bin die mit den coolen Liedern!" Bevor Jessica was darauf erwidern konnte, betrat Roth mit umgehängter Gitarre den Raum. Ich erkannte sofort, dass er "Sleeper in Metropolis" zupfte. Dann begann er auch schon selber, den Text zu zitieren. Schnell waren Anne und ich in seinem Bann...er hatte durchaus eine unverbrauchte hypnotische Wirkung auf mich. Irgendwann nickte Roth Anne zu und sie überahm die nächsten Verse des Vortrags. Zum Schluß sprachen sie sogar noch synchron...und das alles, ohne das ein einziges Mal geprobt zu haben. Ziemlich cool. Als sie fertig waren, applaudierte Anne Roth "Du bist wirklich sehr gut. Komponierst du auch?" Roth wiegte die Hand hin und her "Ein bißchen" "Und texten?" Nun schüttelt Roth den Kopf "Solche geilen Sachen fallen mir nicht ein" Nun zückte sie ihr Handy "Ich geb dir einen von meinen Texten und du schaust mal, was du draus machen kannst, okay?" "Woah...einen komplett neuen Text?" "Yes...kennt noch keiner ausser mir...und jetzt dir. Der wird aber bitte nicht irgendwo ins Internet gestellt, okay?" Roth hob die Hand zum Schwur "Der Schlag soll mich treffen!" "Gut, und wenn du was fertig hast, kommst du einfach auf die Burg" sie schaute mich an "Ist doch okay, oder?" Ich nickte "Natürlich ist das okay. Roth ist jederzeit willkommen" "Gut, dann lass uns mal wieder fahren...so langsam werd ich dann müde..die alte Frau ist ja doch schon ziemlich lange auf den Beinen" 

Als wir schließlich im Auto saßen, schüttelte Anne grinsend den Kopf "Der ist ja unglaublich....süß, sexy....und hat was im Kopf...und musikalisch ist er auch noch." Ich seufzte "ja, leider steht er so überhaupt nicht auf Männer" Anne winkte ab "Du hast doch einen der schönsten und begehrtesten Männer Großbritanniens abbekommen" Nun grinste ich "Wer sagt denn, dass mir ein Mann reicht?" Oho...ich bin entsetzt, Mr. Bridges!" "Bist du nicht!" Sie lachte "Nein, bin ich wirklich nicht" Dann hörten wir plötzlich den Nachrichten im Radio zu, die von einer Flutkatastrophe an der Nordseeküste Schottlands berichteten. Ein ganzes Fischerdorf wurde dort quasi weggespült. "Herrje wie furchtbar. Die armen Leute!" Ich veranlasste den Computer, uns anzuzeigen, wie weit der Ort von Lairg entfernt war. "Keine zwei Stunden mit dem Auto von Lairg aus" "Macht wohl keinen Sinn, da jetzt hinzufahren, was?" wollte Anne wissen. "Nein, ich denke, da können wir persönlich wohl kaum sinnvoll helfen...aber ich kann zumindest karitativ was tun. Sind ja quasi meine Nachbarn!" Ich erkannte, dass Anne durchaus bereit gewesen wäre, dort hinzufahren und irgendwie zu helfen.

Auf der Burg angekommen besprach ich das gleich mit Chad, der auch sofort beschloss, eine ziemlich großzügige Summe beizusteuern. Als nächstes rief ich Benjamin in Solingen an und horchte, wieviel Geld wir im Moment locker machen konnten. Ich war selber erstaunt, dass ich mit Chads Spende mithalten konnte. Das würde den Überlebenden sicher weiter helfen. Chad rief sofort in Wick an...das ist die nächstgelegene Stadt...und außerdem der Verwaltungssitz für die betroffene Region. Wir erfuhren, dass fast die Hälfte der Bewohner umgekommen war. Außerdem hat die Flutwelle auf ihrem Rückweg in die Nordsee eine Schlammlawine aus dem Hinterland mit angespült und noch zusätzlich den Ort unter sich begraben...was die Suche nach Überlebenden fast unmöglich machte. Im TV erfuhren wir dann, das im Moment noch Menschen auf den Dächern ihrer Häuser sitzen und auf Rettung aus der Luft warteten. Durch den Schlamm war natürlich mit Booten kein rankommen an die Menschen. Wieder reagierte Chad sofort und orderte gleich drei Hubschrauber, auf seine Kosten dort zu helfen. Bislang war nur ein Hubschrauber von der Küstenwache dort vor Ort...und der war natürlich hoffnungslos überlastet. "Ist das Rote Kreuz denn wenigstens schon vor Ort? Das scheint ja wirklich grade erst passiert zu sein!" "Jepp...die sind schon da...aber ich werde mal in Lairg und Inverness anrufen und fragen, ob die auch helfen können. Und irgendwo müssen die Leute, die jetzt keine Zuhause mehr haben, ja auch noch unterkommen!" "Sinnvollerweise vielleicht in Hotels und Pensionen in der Umgebung?" 

Bia zum Abend hatten wir so allerlei zur Rettung und Unterbringung der Opfer in die Wege geleitet. Das meiste davon war anonym geschehen..aber wir erwarteten auch keinen Dank. Wir waren wirklich froh, dass wir in der Lage waren, zu helfen. Trotz ihrer Müdigkeit zeigte mir Anne am Abend einen neuen Text. Den hatte sie für das abgesoffene Fischerdorf verfasst..und der ging wirklich unter die Haut.

Ich zeigte ihr im Gegenzug, woran ich grad gearbeitet hatte:

Model: Anne, Princess Royal
Foto: Buckingham Palace Archive
Bearbeitung: Firlefanzus Of Brunswick, 2021

"Sowas machst du also auch?" ich zuckte die Schultern. "Na ja...mit meinen nackten Kerlen werde ich wohl nicht in die Galerie des Buckingham Palace kommen...also mache ich Bilder von der königlichen Familie." Ich zeigte ihr die anderen Bilder, die ich schon fertig hatte. Sie nickte "Die sind schön! Kannst du sowas auch von mir machen? Vielleicht als Cover für mein neues Album?" Ich grinste sie an und rief ein anderes Bild auf:

Model: Anne Clark
Foto & Bearbeitung:
Firlefanzus Of Brunswick, 2021

"Hey, das hast du doch vorhin grad erst geschossen..wie schnell arbeitest du denn?" Ich zuckte die Schultern "Manchmal sehr schnell...wenn mich eine Sache begeistert." Sie lächelte "Ich fühle mich geschmeichelt." Dann deutete sie erneut auf das Bild "Kann man da an der Farbe noch was ändern...vielleicht einen warmen Farbton? Irgendwie gibt es schon so viele Coverbilder in Blautönen...und eigentlich mag ich die Farbe nicht sonderlich" Ich winkte ab "Wir können gerne noch ein ganz neues Bild machen....vielleicht im Ohrensessel am Kamin?" sie lachte "Als Märchentante oder wie?" "Oder nackt auf dem Bärenfell vorm Kamin?" "jetzt sei nicht albern...aber ihr habt da nicht wirklich ein Bärenfell liegen, oder?" "Hast du eins gesehen? Du warst doch vorhin im Kaminzimmer" "Nein, ich habe keins gesehen...denke ich zumindest" "Wenn da mal eins gelegen hat, ist es längst fort...sowas finde ich nicht sonderlich schön. Ich bin durchaus der Meinung, dass Pelz nur am Tier schön ist" Sie nickte "Sehe ich auch so" Danach verabschiedeten wir uns zur Nachtruhe.

Am nächsten Morgen saßen wir schon am Frühstückstisch als Chad endlich zu uns stieß. "Morgen Leute. Tebra hat grade angerufen. Ich werde ihn jetzt vom Flughafen abholen. Will jemand mit?" Nun, es wollte niemand mit. Niemand ausser Sven und Eric, die nun endgültig zurück nach Deutschland wollten. "Wenn wir über Weihnachten hier bleiben, schaut uns unser Hund ein halbes Jahr nicht mit dem Arsch an, ist zu befürchten. Er war bis jetzt noch kein Weihnachten von uns getrennt. Außerdem müssen wir nach Weihnachten dann auch mal wieder arbeiten." Die beiden sympathischen Hamburger hatten wirklich ihre gesamten angesammelten Überstunden bei uns abgebummelt...und sowohl der Hamburger Flughafen als auch die Deutsche Bahn AG haben still gehalten. Nun ja, sie hatten zuvor auch beinahe übermenschlich viel geleistet. Wir verabschiedeten uns also alle voneinander und es wurden dabei sogar ein paar Tränen vergossen...nicht zuletzt von Mama, die die beiden hübschen Kerle ins Herz geschlossen hatte. Zum Schluß meinte Sven dann noch zu mir "Wir bleiben über Facetime in Kontakt?" Ich nickte "Klar, Facetime, SMS...oder über den Blog...was grade passt. Ich wünsche euch schöne Weihnachten und schenkt eurem Hund einen fetten Knochen von mir, ja?" Sven lachte "Den kriegt er ohnehin jedes Weihnachten...deswegen ist ihm das ja so wichtig, dass wir anwesend sind" Ich musste lachen, ich kannte das von unserem Hund früher. Auch meine Mutter konnte sich daran erinnern.

Als Chad zwei Stunden später zurückkehrte brachte er nicht nur den Kroaten Tebra (alias Milojko Jaric) samt seiner Ausrüstung mit, sondern auch dessen Assistenten Miran. Bei Miran musste ich nicht lange betteln bis er sich meiner Kamera stellte:

Model: Miran
Foto & Bearbeitung:
Firlefanzus Of Brunswick, 2021

Hübscher Kerl, oder? Leider war er so überhaupt nicht an Männern interessiert. Aber er war ein kleines Sprachgenie. Er sprach nicht nur seine und Tebra's Muttersprache, sondern auch Russisch, Polnisch, Deutsch und fließend Englisch! Leidlich gut war er auch noch in Französisch und Italienisch. Als Tebra's technischer Assistent war er ebenso kompetent wie beim Spielen auf Tebra's Synthesizer-Tasten. Kurz und gut: Er war für Tebra vollkommen unverzichtbar. Weswegen er auch vollkommen vergessen hatte zu erwähnen, dass er ihn mitbringen würde...aber hey...wir sind ja flexibel...vor allem, wenn die ungeplant mitgebrachten Männer so hübsch sind. Nur über diesen Teppich am Kinn..darüber würde ich mit Miran noch mal diskutieren müssen...

Am 22. Dezember saß die neu zusammengewürfelte Familie beim Frühstück, als mein Gatte die ganz nahe Zukunft ansprach. "Also liebe Leute, Tim und ich sind ja über Weihnachten zu meinen Onkels nach Irland eingeladen und da Tim den Teil meiner Familie noch nicht kennt, werden wir diese Einladung auch annehmen...." Chad hob beschwichtigend die Hände "....das soll aber nicht heißen, dass wir euch alle hinauswerfen. Im Gegenteil, wir würden uns freuen, wenn ihr trotzdem als Gäste auf unserer Burg bleibt" damit waren natürlich Anne, Tebra und Miran gemeint. Die anderen kümmerte es wenig, dass wir über Weihnachten nicht da sein würden. Sie kannten unsere Umtriebigkeit. "Außerdem würde ich gerne über Silvester noch nach Deutschland." kündigte ich an. Das war auch noch nicht mit Chad besprochen gewesen. Aber ich sah ihm gleich an, dass er daran nichts auszusetzen hatte. Für Mutter war es natürlich ein Stich, dass wir ihre restliche Familie besuchen würden. Deswegen sprach ich sie gleich an "Wenn du willst, nehmen wir dich mit....ansonsten wissen unsere Leutchen ja, dass sie hier jederzeit willkommen sind, wir können sie aber nicht zwingen, hier her zu kommen" Chad hakte sich in meine Argumentation gleich ein und meinte zu Mutter "Du kannst ja drüber nachdenken und wir fragen nach Weihnachten noch mal nach, ob wir dich einsammeln und mitnehmen sollen, ja?" mit einer ihrer strategisch eingesetzten Kullertränen auf der Wange nickte sie Chads Vorschlag schließlich ab. Wenn es nach ihr ginge, würde natürlich die ganze Familie Weihnachten und den Jahreswechsel hier auf der Burg verbringen...wogegen wir auch nichts einzuwenden hätten...aber wie gesagt...wir können sie ja nicht zwingen.

"Und du bist sicher, dass es okay ist, wenn wir über Weihnachten hier bleiben?" Ich nickte "Wenn es für euch okay ist und ihr nicht dringend irgendwo anders hin müsst, dann seid bitte weiter unsere Gäste. Ich bestehe sogar darauf!" Anne deutete auf Tebra und Miran. "Ich denke, hier entwickelt sich grade eine ziemlich fruchtbare Chemie...und ich glaube, die Burg hat da einen nicht unwesentlichen Anteil. Ich glaube, Tebra und Miran ist es ziemlich egal, wo sie Weihnachten verbringen....und mir ehrlich gesagt auch....insofern würden wir eure Einladung also gerne annehmen" Ich lächelte sie erfreut an "Gut...dann sehen wir uns im Neuen Jahr wieder...vielleicht habt ihr dann ja schon was auf die Beine gestellt!"

Chad und ich hatten im Vorfeld bereits ausdiskutiert, wie wir nach Dublin reisen wollen würden. Die Reise mit dem Auto und mit der Fähre würde ungefähr 12 Stunden dauern, war aber sehr wildromantisch und malerisch. Ein Linienflug würde 5-6 Stunden dauern, mit unserem Privatjet würde es natürlich etwas schneller gehen. Wir entschieden uns schließlich dafür, den Jet zu nehmen. Wir hatten beide keine große Lust, so lange Zeit unterwegs zu sein. Also würde der Jet über Weihnachten und Neujahr in einem Hangar in Dublin verbringen...

So Leute, das war der Teil der Geschichte.

Wie versprochen jetzt noch das Bild meines knabenhaften Liebhabers vom Anfang dieser Erzählung...und denkt daran: Ich hab mir seinen Personalausweis zeigen lassen...und Er hat mich angebaggert!

Foto & Bearbeitung:
Firlefanzus Of Brunswick, 2021


to be continued...

END

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